27
Karl Hartung
Kopfstein V, 1960
Bronze
Startpreis:
€ 8.000 Schätzpreis:
€ 10.000Ende: 15.09.25 15:13:00 (17 Tage, 04h:51m)
Nach Angabe Ihres Maximalgebots haben Sie die Möglichkeit, Ihre Angaben zu überprüfen und erhalten weitere Informationen. Erst nach einer weiteren Bestätigung kommt ein bindendes Gebot zu Stande.
Objektbeschreibung
Kopfstein V. Um 1960.
Bronze mit bräunlicher Patina.
Markus Krause, Karl Hartung 1908-1967. Metamorphosen von Mensch und Natur. Monographie und Werkverzeichnis, München 1998, WVZ-Nr. 717 (m. Abb. S. 144). Auf der Standfläche mit dem Gießerstempel. Höhe: 27 cm (10,6 in).
Gegossen bei Barth, Berlin.
Ben Wargin (1930-2021), aus dessen Sammlung die Skulptur kommt, ist als Student Assistent von Karl Hartung. 1962 gründet Ben Wargin die Galerie S, die sich zunächst auf Berliner Künstler fokussiert, jedoch im weiteren Verlauf internationale Anerkennung findet. [EH].
• Karl Hartung ist eine zentrale Figur der deutschen Nachkriegskunst.
• Die Folge der Kopfsteine steht für eine Erweiterung des Formenrepertoires des Künstlers.
• Kristalline Struktur und fein gegratete Oberflächen zeichnen diese Werkgruppe aus.
• Blockhafte Erforschung von Körpervolumen im geschlossenen Raum.
• Hartung schafft eine Symbiose aus klarer Formensprache und besonders sinnlicher Materialität.
PROVENIENZ: Aus dem Nachlass Ben Wagin, Berlin.
AUSSTELLUNG: Wanderausstellung Berliner Bildhauer und Maler. Galerie S. Ben Wargin, Berlin (West) u.a., 1964 - 1965, Kat.-Nr.23.
“In den späten fünfziger und sechziger Jahren wendet sich Hartung verschiedenen Werkkomplexen zu, etwa den sogenannten Kopfsteinen und den Säulen-Plastiken, mit denen er sein Formenrepertoire nochmals erweitert. […] Stärkeren Abbildcharakter besitzen die ‘Kopfsteine’, deren Bezeichnung insofern mißverständlich ist, als sie mit menschlichen oder tierischen Köpfen nichts gemein haben und dieser Bezug von Hartung auch nicht beabsichtigt war. Laut Mitteilung der Tochter war Hartung im Zuge von Straßenarbeiten vor seinem Haus so begeistert von den ‘Kopfsteinen’ des Kopfsteinpflasters, daß er einige dieser Steine an sich nahm und sich von ihnen inspirieren ließ (WV 655-657, 716-719; Abb. 80, 81). Bei Ausstellungen verzichtete Hartung bei den nun entstandenen Plastiken jedoch oft auf Titel oder nannte sie ‘Prismatische’ oder ‘Kristalline Form’ (WV 645 bis 647, 715). Die ‘Kopfsteine’ entstanden Ende der fünfziger Jahre, also etwa zeitgleich mit den abstrakten Steinplastiken. Sie sind nahezu ausschließlich in Gips für Bronze gearbeitet, und ihre Gesamtform ergibt sich aus der gedrängten Zusammenballung mehrerer scharfkantiger oder gerundeter Elemente, die häufig zerfurcht oder von Graten überzogen sind. Immer handelt es sich um massive vollplastische Gebilde ohne Durchbrüche oder Höhlen. Hartung kehrt mit ihnen – allerdings in stark modifizierter Weise – zurück zu volumenbetonten, geschlossenen Arbeiten, die sich gegenüber dem Umraum als plastischer Kern behaupten, ohne sich diesem in einem Wechselspiel von Innen und Außen zu öffnen. Es ging ihm hier sowohl um die Verbildlichung eines bestimmten plastischen Prinzips als auch um die künstlerische Umsetzung des Naturvorbildes kristalliner Formen. Diese Gleichwertigkeit wird nicht zuletzt durch das gewählte Material verdeutlicht. Auch wenn die ‘Kopfsteine’ an bizarre Gesteinsformationen denken lassen, wird dieser Eindruck doch durch die dunkle Bronze verfremdet und die plastische Gestalt dadurch – stärker als bei den parallel entstehenden abstrakten Steinskulpturen – als künstlerische Form gekennzeichnet. Mit dieser motivischen Erweiterung schließt sich ein Kreis: Hatte sich Hartung bei seinen früheren volumenbetonten Kernplastiken ausschließlich auf die organische Natur bezogen, überträgt er nun dasselbe Formprinzip auf die anorganische Natur” (Markus Krause, Werkverzeichnis zu Karl Hartung, Metamorphosen von Mensch und Natur, München 1998, S. 160 ff.).
In guter Erhaltung. Die Oberfläche leicht angeschmutzt und mit vereinzelten winzigen Farbspritzerchen.
Bronze mit bräunlicher Patina.
Markus Krause, Karl Hartung 1908-1967. Metamorphosen von Mensch und Natur. Monographie und Werkverzeichnis, München 1998, WVZ-Nr. 717 (m. Abb. S. 144). Auf der Standfläche mit dem Gießerstempel. Höhe: 27 cm (10,6 in).
Gegossen bei Barth, Berlin.
Ben Wargin (1930-2021), aus dessen Sammlung die Skulptur kommt, ist als Student Assistent von Karl Hartung. 1962 gründet Ben Wargin die Galerie S, die sich zunächst auf Berliner Künstler fokussiert, jedoch im weiteren Verlauf internationale Anerkennung findet. [EH].
• Karl Hartung ist eine zentrale Figur der deutschen Nachkriegskunst.
• Die Folge der Kopfsteine steht für eine Erweiterung des Formenrepertoires des Künstlers.
• Kristalline Struktur und fein gegratete Oberflächen zeichnen diese Werkgruppe aus.
• Blockhafte Erforschung von Körpervolumen im geschlossenen Raum.
• Hartung schafft eine Symbiose aus klarer Formensprache und besonders sinnlicher Materialität.
PROVENIENZ: Aus dem Nachlass Ben Wagin, Berlin.
AUSSTELLUNG: Wanderausstellung Berliner Bildhauer und Maler. Galerie S. Ben Wargin, Berlin (West) u.a., 1964 - 1965, Kat.-Nr.23.
“In den späten fünfziger und sechziger Jahren wendet sich Hartung verschiedenen Werkkomplexen zu, etwa den sogenannten Kopfsteinen und den Säulen-Plastiken, mit denen er sein Formenrepertoire nochmals erweitert. […] Stärkeren Abbildcharakter besitzen die ‘Kopfsteine’, deren Bezeichnung insofern mißverständlich ist, als sie mit menschlichen oder tierischen Köpfen nichts gemein haben und dieser Bezug von Hartung auch nicht beabsichtigt war. Laut Mitteilung der Tochter war Hartung im Zuge von Straßenarbeiten vor seinem Haus so begeistert von den ‘Kopfsteinen’ des Kopfsteinpflasters, daß er einige dieser Steine an sich nahm und sich von ihnen inspirieren ließ (WV 655-657, 716-719; Abb. 80, 81). Bei Ausstellungen verzichtete Hartung bei den nun entstandenen Plastiken jedoch oft auf Titel oder nannte sie ‘Prismatische’ oder ‘Kristalline Form’ (WV 645 bis 647, 715). Die ‘Kopfsteine’ entstanden Ende der fünfziger Jahre, also etwa zeitgleich mit den abstrakten Steinplastiken. Sie sind nahezu ausschließlich in Gips für Bronze gearbeitet, und ihre Gesamtform ergibt sich aus der gedrängten Zusammenballung mehrerer scharfkantiger oder gerundeter Elemente, die häufig zerfurcht oder von Graten überzogen sind. Immer handelt es sich um massive vollplastische Gebilde ohne Durchbrüche oder Höhlen. Hartung kehrt mit ihnen – allerdings in stark modifizierter Weise – zurück zu volumenbetonten, geschlossenen Arbeiten, die sich gegenüber dem Umraum als plastischer Kern behaupten, ohne sich diesem in einem Wechselspiel von Innen und Außen zu öffnen. Es ging ihm hier sowohl um die Verbildlichung eines bestimmten plastischen Prinzips als auch um die künstlerische Umsetzung des Naturvorbildes kristalliner Formen. Diese Gleichwertigkeit wird nicht zuletzt durch das gewählte Material verdeutlicht. Auch wenn die ‘Kopfsteine’ an bizarre Gesteinsformationen denken lassen, wird dieser Eindruck doch durch die dunkle Bronze verfremdet und die plastische Gestalt dadurch – stärker als bei den parallel entstehenden abstrakten Steinskulpturen – als künstlerische Form gekennzeichnet. Mit dieser motivischen Erweiterung schließt sich ein Kreis: Hatte sich Hartung bei seinen früheren volumenbetonten Kernplastiken ausschließlich auf die organische Natur bezogen, überträgt er nun dasselbe Formprinzip auf die anorganische Natur” (Markus Krause, Werkverzeichnis zu Karl Hartung, Metamorphosen von Mensch und Natur, München 1998, S. 160 ff.).
In guter Erhaltung. Die Oberfläche leicht angeschmutzt und mit vereinzelten winzigen Farbspritzerchen.
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Karl Hartung
Kopfstein V, 1960
Bronze
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